"Zu Tisch" - im Dialog

Innerhalb der Initiative Stadtteildialoge Lichtenberg wollen Bezirksamt und Lichtenberger Politiker im Zeitraum Oktober 2018 bis Januar 2019 mit den Bürger*innen von Hohenschönhausen-Nord ins Gespräch kommen. Dafür sind verschiedene Gesprächsformen vorgesehen. Von der klassischen Podiumsdiskussion bis hin zur gemeinsamen Fahrradtour.

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Szenen der Gesprächsrunde mit Birgit Monteiro in der Begegnungsstätte

4. Oktober 2018


Ins Gespräch gekommen – viel muss nun getan werden

Am 4. Oktober nutzte Birgit Monteiro, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Soziales, die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte im Warnitzer Bogen, eine Gemeinschaftseinrichtung von Bezirksamt und dem VaV, um mit Seniorinnen und Senioren über deren aktuellen Erfahrungen mit Hohenschönhausen zu sprechen. An ihrer Seite Franziska Ruhnau, Koordinatorin der Offenen Altenhilfe.
Über 30 ältere Mitbürger*innen nahmen das Angebot zur Veranstaltung „Zu Tisch“, die Diana Thiede, Gebietskoordinatorin für Hohenschönhausen-Nord, moderierte, an und hörten interessiert den einleitenden Ausführungen von Birgit Monteiro zu.
Monteiro merkte darin an, dass es bereits verschiedene Formen des Dialoges mit älteren Mitbürger*innen geben würde, so die gerade zu Ende gegangene Woche der älteren Menschen oder die Senioren-Uni, die zum 9. Mal durchgeführt wurde. Seit Sommer gibt es das Büro „Bürger 55+“.
Kontakt- und Informationspunkte sind das eine, Ideen für ein attraktiveres Hohenschönhausen das andere. Noch immer ist der Stadtteil kein wirklicher Anziehungsmagnet. Das wolle Monteiro ändern. Es müssten im Kiez Attraktionen geschaffen werden, die in ihrer Ausstrahlungskraft weit über Lichtenberg hinausgehen. Als Beispiel nannte sie eine Kunsthalle, die mit ihren Ausstellungen und Nutzungsmöglichkeiten so interessant sein müsste, dass auch das Land Berlin daran „Gefallen“ findet und das Projekt finanziell unterstützt.
Eine andere Vision ist eine U-Bahn-Verlängerung bis Hohenschönhausen. Ihr sei bewusst, dass das recht spektakulär sei, doch nur mit neuen Ideen könne man für die Zukunft etwas vorbereiten, könne man zur Diskussion anregen und letztlich Projekte im Konsens umsetzen.

Den Zuhörern ging es weniger um diese Visionen, sondern mehr um ganz alltägliche Probleme – überfüllte Busse, S-Bahnen, die nicht fahren oder Filialen von Geldinstituten, die geschlossen wurden. Auch fehlende Versorgungseinrichtungen, Ärztemangel oder Bauruinen wurden thematisiert. Birgit Monteiro versuchte zu trennen zwischen Missständen, die sie und das Bezirksamt angehen können und solche, auf die sie kaum Einfluss haben. Zu letzteren gehören Filialen von Banken, Nutzung von Baugrundstücken und andere unternehmergeprägte Prozesse. Das Thema Nahverkehr würde stets eine wichtige Rolle spielen und in Einzelfällen seien auch Verbesserungen erzielt wurden. Auch Sicherheitsfragen, besonders abends und nachts, versucht man zu lösen.

Als Fazit bleibt, dass nur dann, wenn Politik und Bürger*innen gemeinsam, auch mit ungewöhnlichen Aktionen auf Änderungen dringen, Hohenschönhausen attraktiver werden kann. Diese Attraktivität wiederum ist Voraussetzung, damit mehr Kaufkraft in den Stadtteil kommt und damit auch Gaststätten und Cafés ausreichenden Umsatz haben und bleiben, statt zu schließen. Letztlich war es eine Veranstaltung des Aufzeigens von Veränderungswünschen und -möglichkeiten, die an diesem Tag nur in wenigen Fällen deckungsgleich waren. Der Dialog dazu ist auf jeden Fall in Gang gekommen, nun gilt es, dass Veränderungen auch gelingen.


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