Ein Fall für Therapiehündin Greta

Ungewöhnliches Hilfsangebot für Kind im Flüchtlingswohnheim Falkenberg


Schon seit einiger Zeit bezieht unsere langjährige „Graue Zelle“, Frau Palm, für besonders komplizierte Fälle mit großem Erfolg Ihre Hündin Greta in die Arbeit mit den Kindern ein.
Frau Palm arbeitet sehr eng mit der Unterkunft in Falkenberg zusammen und wurde vor ca. zwei Jahren von einer Familie aus Afghanistan angesprochen. Die Tochter der Familie war offensichtlich durch die Strapazen der Flucht stark traumatisiert. Sie mied es nach draußen zu gehen, mit Kindern oder Erwachsenen Kontakt aufzunehmen und fürchtete sich zunehmend auch die Schule zu besuchen. Die Eltern und Sozialarbeiter waren bemüht, aber ratlos. Das Kind zog sich immer stärker in sich selbst zurück.

Frau Palm versprach zu tun, was ihr möglich ist und auf keinen Fall die Flucht des Kindes anzusprechen. Dementsprechend waren die ersten Treffen sehr mühevoll auf beiden Seiten bis Frau Palm die Idee hatte, mit dem Kind nicht in der Unterkunft weiter zu üben, sondern gemeinsam mit dem Kind und ihrer Hündin einfach spazieren zu gehen.
Therapiehündin Greta
Ein eingeschworenes Team, "Graue Zelle" Palm mit ihrer Hündin Greta

Nach vorsichtigem gegenseitigen Kontakt, auch die Hündin musste ja erst einmal schauen, wer sie dort argwöhnisch betrachtete, entwickelte sich eine ganz stille, liebe Freundschaft zwischen Terriermischlingsdame und dem Mädchen. Langsam begann das Kind zu sprechen und freute sich von Mal zu Mal mehr auf die Spaziergänge, die genutzt wurden, um die deutsche Sprache weiter auszubauen und Schulaufgaben zu besprechen. Die kleine Greta wedelte nun schon von Weitem mit dem Schwanz, wenn es wieder auf große gemeinsame Runde ging, denn ganz sacht erwachte auch in dem Mädchen der Mut, Stöckchen oder Ball zu werfen, apportieren zu lassen und allen Mut zusammen zu nehmen, um die Hündin auch einmal zu streicheln und zu loben.

Wie nebenbei wurde das Mädchen selbstbewusster und stärker. Sowohl in der Schule, als auch in der Unterkunft war das gewonnene Selbstvertrauen zu spüren. Das Mädchen ging zunehmend auf andere zu, brachte Ideen ein, übte Tänze aus der Heimat mit anderen ein und organisierte mit ihnen Aufführungen für die Bewohner der Unterkunft.
Frau Palm merkte die Zeit des „Abschieds“ war gekommen um loslassen. Wieder einmal … - aber Frau Palm weiß, dass es viele Kinder gibt, denen sie noch helfen will und kann und loslassen, wenn das Ziel erreicht ist, bringt neben den Abschiedsgefühlen, auch Stärke und Genugtuung etwas geschafft zu haben.

Es wäre nicht Frau Palm, wenn ihr hier nicht auch noch etwas Großartiges eingefallen wäre, die Begleitung in würdiger Form abzugeben. Sie lud das Mädchen und deren nunmehr gefundenen Freunde zum Picknick im „Grünen“ ein. Ein toller Nachmittag, natürlich fehlte auch die Therapiehündin Greta nicht. Sie tollte mit den Kindern über die Wiese und schien zu spüren, dass ihre kleine Freundin nun erwachsener und „flügge“ geworden war.





Ferienspaß für Kinder aus dem Flüchtlingswohnheim

Ein Besuch des Tierparks Friedrichsfelde - ein Erlebnisbericht


Das Projekt „Graue Zellen“ gibt es schon seit langer Zeit beim VaV. Seit März 2017 gehöre ich zu den ehrenamtlichen Mitstreiter*innen dieses Projekts. Im letzten Schuljahr war ich wöchentlich einmal im Flüchtlingsheim in der Wartenberger Straße zur Hausaufgabenaufsicht. Ich habe Schülern bei den Hausaufgaben geholfen.
Im Frühjahr fragte mich die Ehrenamtskoordinatorin, ob ich auch bereit wäre, die beiden Mitarbeiterinnen des Kinderklubs bei Ausflügen als Begleitung zu unterstützen. So war ich bereits in den Frühjahrsferien als Begleitung mit zu einem Kinobesuch. Jetzt in den Sommerferien hieß es an einem Dienstag „Malen in der Natur“. Zehn Kinder versuchten, Blätter, Beeren, Bäume oder auch Gebäude zu zeichnen. Sicherlich mit unterschiedlicher eigener Zufriedenheit, aber mit Freude. Bevor wir den Rückweg antraten, wurde noch eine „Runde“ auf dem Spielplatz getobt, geklettert und gerutscht.

Parkbahn im Tierfpark Friedrichsfelde
Eine Fahrt mit der Parkeisenbahn gehörte auch zum Erlebnis Tierpark

Am 16. Juli 2019 stand der Besuch des Tierparks auf dem Programm. Mit zwölf Kinder zwischen sechs und elf Jahren und einer Mutti mit Kleinkind trafen wir uns vor der Unterkunftin der Wartenberger Straße und fuhren gemeinsam mit der Straßenbahn zum Tierpark. Unsere Eintrittskarten lagen am Eingang „Bärenschaufenster“ schon bereit. Die Eintrittskarten wurden wegen der darauf abgebildeten unterschiedlichen Tiere sofort zum Tauschobjekt, so dass es ein wenig dauerte, bis jeder so seine Wunschkarte mit Elefant, Tiger, Flamingo in der Hand hatte.
Erste Station war das Braunbärengehege und danach ging es zu den Eisbären. Die Kinder erlebten wie Herta und Tonja gefüttert wurden. Auf dem Weg zu den Tigern ließen wir den großen Spielplatz links liegen, denn wir wollten vor allem Tiere ansehen. Halt machten wir aber bei den Ponys, Eseln und dem Streichelzoo. Mit Begeisterung versuchten mehrere Jungen und Mädchen die Tiere zu striegeln und die Ziegen zu streicheln.
Die Tiger hatten sich in ihren Gehegen ein schattiges Plätzchen gesucht und hielten zum „Ärger“ der Kinder gerade Mittagsruhe. Sie waren durch nichts zu beeindrucken und schliefen trotz lauter, fröhlicher Kinderrufe friedlich weiter. Wir schauten noch bei den Elefanten, Giraffen und Affen vorbei. Aber alles anzuschauen, war dann doch zu viel. Den Abschluss bildete das Krokodilhaus.
Bevor es mit der Straßenbahn wieder nach Hohenschönhausen ging, erfüllten wir den Kindern noch einen Wunsch und machten mit der Elektrobahn eine Rundfahrt durch den Tierpark.

Ein ausgefüllter, turbulenter Tag, der allen Spaß gemacht hat. Mit dem Beginn der Schulzeit werde ich viele der Kinder wieder bei den Hausarbeiten begleiten und mit Ihnen üben. Mein Lohn, gute Schulnoten und fröhliche, dankbare Kinder!
Maria Stelzig





Einladung aus Dankbarkeit für Hilfe

Mit einem traditionellem Essen bedankten sich die Eltern von Firial bei zwei Mitgliedern der "Grauen Zellen" für deren Unterstützung in den vergangenen Monaten.

Grosses Teaserbild
Zu Gast bei der Familie ihrer Schülerin Firial

Das Ehrenamtsprojekt „Graue Zellen" zur begleitenden Lernhilfe für Grundschüler ist seit vielen Jahren an unterschiedlichen Schulen des Stadtteiles Hohenschönhausen Nord aktiv. Neu aber ist die Begleitung auch von Flüchtlingskindem.
Frau Palm und Frau Butterweck sind seit Anfang des Schuljahres im Hausvaterweg tätig und helfen drei Kindern - aus Serbien, Syrien und dem Irak - beim Erlemen der deutschen Sprache, beim Schreiben und Rechnen. Ein besonderer Dank wurde hier nun Frau Palm zuteil. Sie war am 24.März 2017 Gast der Familie von Firial, „ihrer" Schülerin. Aus und mit einfachen Mitteln hatten die Eltern von Firial in der Flüchtlingsunterkunft ein wundervolles landestypisches Essen bereitet. Es war für alle ein wunderbarer Nachmittag, der die Herzen auf beiden Seiten noch einmal besonders öffnete.


Sie würden auch gern Kindern helfen, noch besser die deutsche Sprache, Rechnen und Schreiben zu erlernen? Sie haben Lust bekommen, sich ehrenamtlich zu engagieren, dann nehmen Sie doch bitte Kontakt zu uns auf über stefanie.schulz@vav-hhausen.de oder telefonisch unter 030 962 77 120 im Nachbarschaftshaus.


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