Rückblick auf Veranstaltungen

im Nachbarschaftshaus


16. Mai 2019
Die „Blaue Stunde“ mal ganz anders

Es ist schon eine gute Tradition im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel, dass zur „Blauen Stunde“ interessante Menschen ihre Bücher vorstellen. Diesmal sollte eigentlich Dr. Karamba Diaby aus seinem Buch „Mit Karamba in den Bundestag – Mein Weg vom Senegal ins deutsche Parlament“ lesen. Doch der Sozialdemokrat Dr. Diaby, der seit 2013 Mitglied des Bundestages ist, musste gerade an diesem Tag an wichtigen Abstimmungen im Bundestag, u. a. über die Mitgliedschaft in bestimmten Gremien, abstimmen, fiel demzufolge als Vortragender aus.
Damit hatte ganz sicher niemand gerechnet. Sollte also die „Blaue Stunde“ im Nebel verschwinden? Natürlich nicht! Für alle, die sich trotz des stürmischen Wetters tapfer auf den Weg gemacht hatten, fand dennoch eine Lesung statt. Silke Tews, die Leiterin der Begegnungstätte Ribnitzer Straße, hatte kurzentschlossen eine passende Auswahl an Literatur besorgt und las, wie immer zum besonderen Tee, Geschichten zum Nachdenken und heitere Klassiker wie „Das Ei des Kolumbus" oder „Das Geheimnis der Zufriedenheit". Vor allem die Geschichten aus dem Buch von Gisela Rieger „111 Herzensweisheiten“ erheiterten nicht nur, sondern wärmten, neben dem köstlichen Tee, auch das Gemüt. Ein gute Lösung, mit der die Anwesenden auch höchst zufrieden waren.

Elfi Sinn

Silke Tews als Vorleserin

28. April 2019
Sonntagslesung im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel

Eine Matinee, in der viel gelacht wurde, bescherte Peter Bause seinen Gästen. „Und eine zog sich in der Küche aus“- war nur eine der Kurzgeschichten am 28. April im Dünenpavillon, die der bekannte Schauspieler las, erzählte und spielte – alles in einem. Wer ihn nur aus seinen Rollen im Deutschen Theater oder im Theater am Schiffbauerdamm kannte, erlebte eine ziemliche Überraschung, denn Bause ist ein echter Entertainer, der sein Publikum vom ersten Satz an gut unterhielt.
Neu waren sicher für einige die Geschichten aus seiner Kindheit in Magdeburg, wie die vom trompetenden Onkel Wilhelm, der damit den Untergang der „Titanic“ inszenierte oder die Anekdoten vom soufflierenden Literaturfreund in der ersten Reihe im Theater, der gekonnt die Hänger der Schauspieler ausglich. Auch Klassiker des Humors, wie die Geschichte vom Plättbrett oder die sich dramatisch entwickelnde Beseitigung von zahlreichen Whiskey-Flaschen lösten immer wieder Lachsalven aus. Ebenso seine Betrachtungen zum Alter oder die gekonnt formulierte Überraschung, wie Menschen seiner Generation überlebt haben, ohne all das, was heute so unverzichtbar erscheint, die zwar nachdenklich stimmten, aber immer mit einem heiteren Unterton. Ein sehr gelungener Vormittag, der gerne wiederholt werden kann.

Elfi Sinn

Peter Bause als Entertainer

8. März 2019
Thematische Veranstaltung zum Internationalen Frauentag

Auf Initiative des Vorstandes des VaV erhielt die diesjährige Veranstaltung zum Internationale Frauentag ein thematisches Programm. Unter dem Titel „Jede Gabe ist eine Aufgabe“ wurde sich Käthe Kollwitz, die diesen Ausspruch auch formulierte, gewidmet.
Am 8. März kamen etwa 20 interessierte Gäste in die Schmökerstube des Nachbarschaftshauses, um bei Kaffee und Kuchen über das Leben, die politischen Einstellung und die Arbeit von Käthe Kollwitz mehr zu erfahren als die bekannten Thesen und die häufig gezeigten Werke der Künstlerin wie der mehrteilige Zyklus "Ein Weberaufstand" oder "Trauernde Eltern". Unter den Besucherinnen auch Kerstin Zimmer, Fraktionsvorsitzende der Fraktion Die Linke in der BVV Lichtenberg, mit roten Rosen für die Frauen.

Nach Begrüßung und einleitenden Worten durch die Vorstandsvorsitzende des VaV Christina Emmrich übernahm der Historiker Dieter Reichelt. Ihm gelang es, die Kollwitz sehr differenziert darzustellen. Einsatz für die Ideen einer veränderten Gesellschaft ja, aber gewaltsame Novemberrevolution nein. Erstes weibliches Mitglied der Preußischen Kunstakademie, aber Mitunterzeichnerin eines Briefes gegen die drohende Naziherrschaft, was nur zwei Jahre später ihren Rauswurf aus der Akademie auf Betreiben der Nazis zur Folge hatte.

Veranstaltungsbilder zur Veranstaltung über Käthe Kollwitz
Kollwitz machte nach eigener Aussage keine proletarische Kunst, sie wollte jedoch die arbeitenden Menschen zeigen, sie wollte sich gegen Unrecht positionieren und lernend aus ihrem wohl größten Lebensfehler setzte sie sich in ihrer zweiten Lebenshälfte für Frieden und vor allem gegen Gewalt in jeder Form ein. Ihr Umdenken trat mit dem Tod ihres jüngsten Sohnes im 1. Weltkrieg ein, den sie gegen den Willen ihres Mannes, dem Arzt Karl Kollwitz, in den Krieg nicht nur ziehen ließ, sondern ihn dabei sogar unterstützte. Später schuf sie mehrere Skulpturen und Grafiken gegen Krieg und Gewalt - eine Skulptur auch für den Soldatenfriedhof im heutigen Belgien, wo ihr gefallener Sohn beigesetzt ist.
Das Ende des 2. Weltkrieges erlebte die couragierte Frau nicht mehr, am 22. April 1945 verstarb sie in Moritzburg, wohin sie nach den Bombenangriffen auf Berlin in letzter Instanz geflüchtet war. Der Zerstörung des Wohngebäudes fielen auch viele Skizzen, Grafiken und andere Werke der Künstlerin zum Opfer.

Sehr zur Auflockerung trug ein Film aus dem Jahr 1971 bei, der dem Volk „aufs Maul schaute“, indem das Kollwitzdenkmal am gleichnamigen Kollwitzplatz abgelichtet und das Unverständnis der Anwohner durch Originaltöne lebendig wurde, dass die Kinder das Denkmal als Spielfläche nutzten. Ganz im Gegensatz zur Absicht des Bildhauers Gustav Seitz, der das Denkmal extra mit einen großen Sockel schuf, damit Kinder auf dem Denkmal spielen könnten. Das hätte sicher auch Käthe Kollwitz gefallen …

Uwe Barthel


28. Februar 2019
Narren-Spaß in der Begegnungsstätte

Unter dem Motto „Die Narren sind los!“ feierten auch in diesem Jahr die Karnevalisten ihren Saisonhöhepunkt. Da schwang ein Cowboy seinen Hut und Rotkäppchen tanzte mit einem Strafgefangenen - Prinzessinnen, Matrose, Maus und Krankenschwester reihten sich mit in die Polonaise ein. Fasching ist eben eine Jahreszeit für junge und ältere „Jecken“.
Zur Livemusik des Duos VIS A VIS wurde getanzt, mitgesungen sowie manches Späßchen getrieben und in ausgelassener Stimmung bis in die frühe Abendstunde die Hüften geschwungen und viel dabei gelacht.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen für das großartige Ausschmücken des Saales und die umsichtige und freundliche Bewirtung sowie Nachbereitung. Mit einem großen Applaus bedankten sich die Besucher bei dem Gesangs-Duo und den Organisatoren und freuen sich schon auf den nächsten Tanz mit Live-Musik im März in der Seniorenbegegnungsstätte im Nachbarschaftshaus in der Ribnitzer Straße.

Silke Tews

Duo VIS A VIS

21. Februar 2019
"Blaue Stunde" über das Leben des Schauspielers Rolf Ludwig

Sich an große Schauspieler zu erinnern, kann für jeden etwas anderes bedeuten, ganz besonders bei einem so beliebten Schauspieler wie Rolf Ludwig, Jeder kann sich bestimmt an eine oder mehrere Filmrollen erinnern, begonnen mit dem Märchenfilm „Das Feuerzeug“ bis zu „Der Dritte“ oder „Abschied“. Für viele Theaterbesucher bleibt er unvergessen als Truffaldino in Goldonis "Diener zweier Herrn" oder als Drache in der Drache von Schwarz.

Die Erinnerungen von Gisela Ludwig, die sie am 21. Februar mit zahlreichen Besuchern der „Blauen Stunde“ in der Seniorenbegegnungsstätte teilte, sahen natürlich ganz anders aus. Sie kannte Rolf Ludwig schon, ohne es zu wissen. Schließlich schmuggelte er sie schon als Baby in Dresden ins Theater, um ihrer Mutter, einer Schauspielkollegin, zu helfen.
Wirklich kennen und lieben gelernt haben sie sich erst viel später, auf eine sehr eigene, berührende und auch komische Art, bei der rote Wollsocken eine besondere Rolle spielten. Es ist dem Verlag "Das Neue Berlin" zu danken, dass das Buch "Nüchtern betrachtet ... und immer geliebt" von Rolf Ludwig, das bereits 1995 erschien, neu aufgelegt und mit den persönlichen Erinnerungen von Gisela Ludwig ergänzt wurde.
Nach einer köstlichen Anekdote über den Dreh zu „Lotte in Weimar“, in der Rolf Ludwig die Zusammenarbeit mit Lilly Palmer und das Zusammentreffen mit deren Mann Carlos Thomson bei Nordhäuser Doppelkorn sehr unterhaltsam beschrieb, kam er auch direkt in Audioaufnahmen selbst zu Wort. Während eines Abends mit Berliner Liedern sang er „Zickenschulze aus Bernau“ und „In fünfzig Jahren ist alles vorbei“ mit so viel Spaß und Freude, dass es spontanen Beifall gab. In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 20. Mal, aber die Erinnerung an ihn war sehr lebendig an diesem interessanten Nachmittag im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel.

Elfi Sinn

Gisela Ludwig



Erinnerungen aus dem Jahr 2018 im Archiv    


Rückblick auf Veranstaltungen

außerhalb des Nachbarschaftshauses


01. Mai 2019
Bunte Platte auch 2019 wieder farbenfroh


Einblicke in das Programm der Bunten Platte 2019
Auch in diesem Jahr folgten wieder viele Menschen dem Angebot des Initiators der Bunten Platte (Bürgerverein Hohenschönhausen) und schauten auf der Wiese am Warnitzer Bogen vorbei. Unter ihnen auch Bezirksbürgermeister Michael Grunst, der die Veranstaltung auch eröffnete. Dazu ein vielseitiges Programm von der Traditions-Dixieland-Band (Papa Binnes Jazzband) bis zu sportlichen und tanzenden Kindern aus verschiedenen Einrichtungen und Vereinen sowie natürlich auch der Stand des VaV mit aktiven Mitarbeiter*innen (im Bild unten beim Aufnehmen des Rhythmus des Showprogramms der Kindertanzgruppe) bei der Beantwortung von Fragen von Bürgerinnen und Bürgern oder der Versorgung der Künstler des Showprogramms. Ihnen ein herzliches Dankeschön für ihr engagiertes Wirken.

Bunte Platte 2019
Bilder: Frank Müller



30. April 2019
Ins Getriebe des ZDF-Fernsehens geschaut

Erleben Sie Fernsehen hautnah! Dieser Aufforderung von Julius Weißenborn vom Nachbarschaftshaus folgten am 30. April 2019 30 Fernseh-Interessierte ins Hauptstadtstudio des ZDF, Unter den Linden.
Von Ann-Kathrin Oster, studentische Mitarbeiterin des ZDF, wurden die TV-Neugierigen empfangen und gekonnt in die Welt des Fernsehens eingeweiht. Da war viel Interessantes zu hören, schließlich möchte man auch mal genauer wissen, was eigentlich mit den Fernseh- und Rundfunkgebühren passiert. Und dass das ZDF davon monatlich nur 4,00 EUR pro Haushalt erhält, war doch eine kleine Überraschung.

Viel aufregender war natürlich direkt in der Bildregie zu sitzen und zu hören, wofür ein Ablaufredakteur wichtig ist und wozu die Journalisten in den hinteren Reihen „Bauchbinden“ (Hinweise für die Zuschauer während der Sendung) produzieren. Auch der Aufenthalt im Studio mit bereits aufgebautem Set für eine bekannte Sendung, das man ja sonst nur am Bildschirm aus einer anderen Perspektive sieht, zeigte noch einmal eindrücklich, wieviel Arbeit notwendig ist, damit es für den Zuschauer leicht und locker aussieht. Ein sehr interessanter Ausflug! Da waren sich alle einig und beim nächsten ist man wieder dabei.

Elfi Sinn

Blick ins ZDF-Fernsehen

2. Dezember 2018
Auch Lichter des VaV brannten hell beim 25. Lichtenberger Lichtermarkt

Gemäß der guten Tradition, dass sich der VaV im Bezirk bei Großveranstaltungen präsentiert, waren wir auf dem Lichtenberger Lichtermarkt rund ums Rathaus, der diesmal sein 25. Jubiläum feierte, mit Infomaterial, Schmalzstullen und Punsch im Gepäck präsent. Der Markt war angesichts des wenig verheißungsvollen Wetters erstaunlich gut besucht - und neben ihrem Humor hatten die meisten Leute auch Appetit mitgebracht, denn sowohl die „Fettbämmen“, wie auch der „Kinderglühwein“ gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln.

Unser Stand war aber auch nicht zu übersehen. Der Lichtenberger Förderverein bot neben uns Glühwein, Literatur und Wanderführer an und die andere Flanke bildeten die Damen vom Strickkurs, die das ein oder andere Weihnachtsgeschenk an die Frau und an den Mann gebracht haben. So war es nicht verwunderlich, dass so manche Prominenz auch an unserem Stand vorbeikam – siehe Bild [von links: Sebastian Schlüsselburg (MdA), Michael Grunst (Bezirksbürgermeister), Hendrikje Klein (MdA), Gesine Lötzsch (MdB)].

Prominenz beim Lichtermarkt
Ja, der Bezirk ließ sich nicht lumpen! Schirmherr Bezirksbürgermeister Michael Grunst eröffnete persönlich mit Dankesworten an die Engagierten die Veranstaltung. Zu ihm gesellten sich weitere bekannte Gesichter Lichtenbergs und darüber hinaus. So waren der Clara-Schumann-Chor oder auch Achim Petry nicht zu überhören und sorgten für eine angemessene Atmosphäre. Damit allen der Alkohol und die Stimmung nicht zu Kopfe stiegen, gab Petrus schließlich noch kühlendes Nass dazu.
Jörn Lautenschläger


27. Oktober 2018
Halloween im Ostseeviertel

Halloween im Ostseeviertel hat einen guten Ruf über den Kiez hinaus. Immer wieder brachte die S-Bahn verkleidete Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Ziel Pia Olymp. Wie jedes Jahr wurde auch am heutigen Tage hier der letzte Schliff für das Gruseloutfit getan. Der Andrang war groß, die Ideen vielfältig, teils auf mitgebrachten Vorlagen festgehalten. Der große Raum war aber auch willkommen, die Wartezeit zu überbrücken. Manche der Kinder, die erstmals dabei waren, fiel das nicht ganz leicht. Besser hatten es die "Gruppenkinder", die sich bereits kannten und gemeinsam auf den Umzug vorbereiteten.
Inzwischen wurde draußen der Lkw geschmückt und organisatorische Absprachen getroffen sowie die letzte Route mit der Polizei abgestimmt. Leider gab es Probleme mit der Musiktechnik auf dem Lkw, so dass der Umzug deutlich später anfing als beabsichtigt. Doch mit den ersten Takten der Musik sprang die Stimmung sofort an und die beiden Stelzenläuferinnen des Ensemble Grotest Maru sorgten mit dafür, dass sie sich auf hohem Niveau bis zum Eintreffen an der Kietzoase hielt.

Halloween Vorbereitungen
Dorthin waren bereits hunderte Besucher direkt gekommen. Es gab Momente, da drohte der Garten mit allen Ständen, der Bühne und Sitzgelegenheiten den Andrang kaum aufzunehmen. Doch schnell hatte jeder einen Platz gefunden und der Spaß ging weiter. Ob beim Tanz zur Musik, beim Stockbrotrösten an den großen Feuerschalen, wo die Möglichkeit bestand, mit Bezirkspolitikern ins Gespräch zu kommen oder beim Ausprobieren des Gruselflures. Inzwischen hat dieser allerdings, gerade bei den älteren Kindern, ein wenig seinen Schrecken verloren - dank Smartphone mit Taschenlampenfunktion wird mächtig geschummelt.
Zum Abschluss gab es dann eine Feuershow von Jana Korb, die Tanz und Feuer miteinander verband. Der abschließende Applaus galt nicht nur der Akrobatin, sondern auch allen Verantwortlichen, Organisatoren, Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helfern - von der Jugendfeuerwehr bis zu den Sicherungsposten, die in der Summe der Garant für eine solche Veranstaltung sind.
Uwe Barthel

Halloween Vorbereitungen



Weitere Erinnerungen aus dem Jahr 2018 im Archiv