Veranstaltungen im Jahr 2019

An vielen zentralen Veranstaltungen in Hohenschönhausen, im Kiez und in den Einrichtungen selbst, nehmen Mitarbeiter*innen des VaV teil oder organiseren sie selbst.

Auf einige der interessantesten blicken wir hier im Archiv auf das Jahr 2019 zurück und wollen Lust auf das Annehmen künftiger Angebote des VaV machen.




8. März 2019
Thematische Veranstaltung zum Internationalen Frauentag

Auf Initiative des Vorstandes des VaV erhielt die diesjährige Veranstaltung zum Internationale Frauentag ein thematisches Programm. Unter dem Titel „Jede Gabe ist eine Aufgabe“ wurde sich Käthe Kollwitz, die diesen Ausspruch auch formulierte, gewidmet.
Am 8. März kamen etwa 20 interessierte Gäste in die Schmökerstube des Nachbarschaftshauses, um bei Kaffee und Kuchen über das Leben, die politischen Einstellung und die Arbeit von Käthe Kollwitz mehr zu erfahren als die bekannten Thesen und die häufig gezeigten Werke der Künstlerin wie der mehrteilige Zyklus "Ein Weberaufstand" oder "Trauernde Eltern". Unter den Besucherinnen auch Kerstin Zimmer, Fraktionsvorsitzende der Fraktion Die Linke in der BVV Lichtenberg, mit roten Rosen für die Frauen.

Nach Begrüßung und einleitenden Worten durch die Vorstandsvorsitzende des VaV Christina Emmrich übernahm der Historiker Dieter Reichelt. Ihm gelang es, die Kollwitz sehr differenziert darzustellen. Einsatz für die Ideen einer veränderten Gesellschaft ja, aber gewaltsame Novemberrevolution nein. Erstes weibliches Mitglied der Preußischen Kunstakademie, aber Mitunterzeichnerin eines Briefes gegen die drohende Naziherrschaft, was nur zwei Jahre später ihren Rauswurf aus der Akademie auf Betreiben der Nazis zur Folge hatte.

Veranstaltungsbilder zur Veranstaltung über Käthe Kollwitz

Kollwitz machte nach eigener Aussage keine proletarische Kunst, sie wollte jedoch die arbeitenden Menschen zeigen, sie wollte sich gegen Unrecht positionieren und lernend aus ihrem wohl größten Lebensfehler setzte sie sich in ihrer zweiten Lebenshälfte für Frieden und vor allem gegen Gewalt in jeder Form ein. Ihr Umdenken trat mit dem Tod ihres jüngsten Sohnes im 1. Weltkrieg ein, den sie gegen den Willen ihres Mannes, dem Arzt Karl Kollwitz, in den Krieg nicht nur ziehen ließ, sondern ihn dabei sogar unterstützte. Später schuf sie mehrere Skulpturen und Grafiken gegen Krieg und Gewalt - eine Skulptur auch für den Soldatenfriedhof im heutigen Belgien, wo ihr gefallener Sohn beigesetzt ist.
Das Ende des 2. Weltkrieges erlebte die couragierte Frau nicht mehr, am 22. April 1945 verstarb sie in Moritzburg, wohin sie nach den Bombenangriffen auf Berlin in letzter Instanz geflüchtet war. Der Zerstörung des Wohngebäudes fielen auch viele Skizzen, Grafiken und andere Werke der Künstlerin zum Opfer.

Sehr zur Auflockerung trug ein Film aus dem Jahr 1971 bei, der dem Volk „aufs Maul schaute“, indem das Kollwitzdenkmal am gleichnamigen Kollwitzplatz abgelichtet und das Unverständnis der Anwohner durch Originaltöne lebendig wurde, dass die Kinder das Denkmal als Spielfläche nutzten. Ganz im Gegensatz zur Absicht des Bildhauers Gustav Seitz, der das Denkmal extra mit einen großen Sockel schuf, damit Kinder auf dem Denkmal spielen könnten. Das hätte sicher auch Käthe Kollwitz gefallen …

Uwe Barthel


28. Februar 2019
Narren-Spaß in der Begegnungsstätte

Unter dem Motto „Die Narren sind los!“ feierten auch in diesem Jahr die Karnevalisten ihren Saisonhöhepunkt. Da schwang ein Cowboy seinen Hut und Rotkäppchen tanzte mit einem Strafgefangenen - Prinzessinnen, Matrose, Maus und Krankenschwester reihten sich mit in die Polonaise ein. Fasching ist eben eine Jahreszeit für junge und ältere „Jecken“.
Zur Livemusik des Duos VIS A VIS wurde getanzt, mitgesungen sowie manches Späßchen getrieben und in ausgelassener Stimmung bis in die frühe Abendstunde die Hüften geschwungen und viel dabei gelacht.

Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen für das großartige Ausschmücken des Saales und die umsichtige und freundliche Bewirtung sowie Nachbereitung. Mit einem großen Applaus bedankten sich die Besucher bei dem Gesangs-Duo und den Organisatoren und freuen sich schon auf den nächsten Tanz mit Live-Musik im März in der Seniorenbegegnungsstätte im Nachbarschaftshaus in der Ribnitzer Straße.

Silke Tews

Duo VIS A VIS



21. Februar 2019
"Blaue Stunde" über das Leben des Schauspielers Rolf Ludwig

Sich an große Schauspieler zu erinnern, kann für jeden etwas anderes bedeuten, ganz besonders bei einem so beliebten Schauspieler wie Rolf Ludwig, Jeder kann sich bestimmt an eine oder mehrere Filmrollen erinnern, begonnen mit dem Märchenfilm „Das Feuerzeug“ bis zu „Der Dritte“ oder „Abschied“. Für viele Theaterbesucher bleibt er unvergessen als Truffaldino in Goldonis "Diener zweier Herrn" oder als Drache in der Drache von Schwarz.

Die Erinnerungen von Gisela Ludwig, die sie am 21. Februar mit zahlreichen Besuchern der „Blauen Stunde“ in der Seniorenbegegnungsstätte teilte, sahen natürlich ganz anders aus. Sie kannte Rolf Ludwig schon, ohne es zu wissen. Schließlich schmuggelte er sie schon als Baby in Dresden ins Theater, um ihrer Mutter, einer Schauspielkollegin, zu helfen.
Wirklich kennen und lieben gelernt haben sie sich erst viel später, auf eine sehr eigene, berührende und auch komische Art, bei der rote Wollsocken eine besondere Rolle spielten. Es ist dem Verlag "Das Neue Berlin" zu danken, dass das Buch "Nüchtern betrachtet ... und immer geliebt" von Rolf Ludwig, das bereits 1995 erschien, neu aufgelegt und mit den persönlichen Erinnerungen von Gisela Ludwig ergänzt wurde.
Nach einer köstlichen Anekdote über den Dreh zu „Lotte in Weimar“, in der Rolf Ludwig die Zusammenarbeit mit Lilly Palmer und das Zusammentreffen mit deren Mann Carlos Thomson bei Nordhäuser Doppelkorn sehr unterhaltsam beschrieb, kam er auch direkt in Audioaufnahmen selbst zu Wort. Während eines Abends mit Berliner Liedern sang er „Zickenschulze aus Bernau“ und „In fünfzig Jahren ist alles vorbei“ mit so viel Spaß und Freude, dass es spontanen Beifall gab. In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 20. Mal, aber die Erinnerung an ihn war sehr lebendig an diesem interessanten Nachmittag im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel.

Elfi Sinn

Gisela Ludwig




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