Veranstaltungen im 1. Quartal 2018

Mehr als einhundert Veranstaltungen, Kurse und Termine finden monatlich im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels statt. Auf einige der interessantesten blicken wir an dieser Stelle zurück und wollen Lust auf das Besuchen künftiger Spezialitäten machen.

Querschnitt Russland
Yana Afronina und Viktor Varkintin begeisterten mit ihren musikalischen Darbietungen das Publikum

Kiezlüt´ schauten in Russland vorbei

Bei einer Neuauflage der Reihe "Wir gehen fremd" organisierten die Verantwortlichen am 23. März einen Russland-Abend. Bereits auf dem Hauptflur des Nachbarschaftshauses wurden Bilder der Künstler Waldemar und Alexandria Badt gezeigt. Im Dünenpavillon übernahm Johan Bodnar nach der Begrüßung die Aufgabe, auf die recht wechselhaften deutsch-russischen Beziehungen einzugehen. Der Referent vom Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst erinnerte vor allem an die Zeit zwischen 1945 und 1990. Begriffe wie Stalin-Note, Reparationszahlungen und Krieg in Afghanistan spielten dabei eine Rolle. Der interessant vorgetragene Abriss hätte durchaus noch die aktuelle Beziehung stärker beleuchten und das Leben in Russland im Jahr 2018 spiegeln können, so jedenfalls die Meinung einiger, der rund 50 Gäste. Stattdessen übernahm nun die Küchencrew das Kommando und der erste Gang wurde serviert. Nach Pelmeni, mit verschiedenen Füllungen, gab es den Hauptgang. Ganz der russischen Tradition entsprechend, wurde nach dem Borschtsch eisgekühlter Wodka gereicht.

Gebäck und Früchte standen gerade als Dessert auf dem Tisch, da traten auch schon Yana Afronina und Viktor Varkintin auf. Das Duo Viana füllte fortan den Dünenpavillon mit typischer russischer Folklore. Die von Yana Afonina wundervoll vorgetragenen Volkslieder und Balladen handelten, wie könnte es anders sein, von Schmerz, Liebe und Leidenschaft. Neben dem Jüngling, der aus Verzweiflung seine Liebste entführen will, fanden auch Geschichten vom Frost, von Pferden und Kosaken zu den Ohren der Zuhörer. Begeisterung kam besonders bei Liedern wie "Wenn es Abend wird in der großen Stadt" oder dem Dauerbrenner "Kalinka" auf. Da erinnerte sich so mancher doch wieder an fast vergessene Zeiten, als mit sowjetischen Soldaten die Waffenbrüderschaft mit reichlich Alkohol gewürdigt wurde.




Grosses Teaserbild Mit großer Begeisterung gehen die Line-Dancer ihrem Hobby nach

Line-Dance-Party rockt den Dünenpavillon - Tanzen bis die Füße rauchen

Kennen Sie eine Tanzveranstaltung bei der die Tanzfläche schon beim ersten Ton der Musik gefüllt ist? Nein? Dann waren Sie noch nicht bei einer Line-Dance-Party der Silver Eagles im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels. Jeden dritten Freitag im Monat treffen sich zwischen 40 und 50 begeisterte Tänzer aus Lichtenberg, Pankow, Marzahn-Hellersdorf und sogar Bernau im Dünenpavillon - so auch am 16. März.
Wieder waren alle Altersklassen von 13 bis 79 und alle Schwierigkeitsgrade von Anfänger bis Fortgeschrittene vertreten. Jeder ist willkommen, auch wenn er nur mal schnuppern möchte. Allerdings muss gewarnt werden, wer diesem Tanzfieber einmal verfällt, der ist verloren.

Getanzt wird von 17.00 bis 21.00 Uhr, damit jeder noch gut nach Hause kommt und seine Sohlen kühlen kann. Zu diesen Partys steigt man in seinen Lieblings-Jeans, man kann sich aber auch ein wenig westernmäßig stylen, mit Weste, kariertem Hemd oder Bluse und so man hat, einem passenden Hut. Tanzsportvereine tragen natürlich ihre speziell gefertigten Shirts, wie die Silver Eagles in Schwarz mit Adler.
Organisiert wird die Party sehr souverän von den Silver-Eagles-Gründern Marlies und Jürgen Häusler und als DJ erfüllt Jürgen (siehe oberes Bild) wirklich fast alle Wünsche der Tanzbegeisterten, von einfach wie "Black Coffee" bis schwierig wie "Strong Bounds" oder "Bring down the House". Sehr beliebt bei den Tänzern und fast einzigartig ist das elektronische Laufband, mit dem rechtzeitig der nächste Tanz angezeigt wird. Wer sich schließlich hungrig oder durstig getanzt hat, ist bei Ute und Thomas am Tresen bestens aufgehoben.




Grosses Teaserbild Berndt Marmulla illustriert seine Kriminalfälle mit Originalbildern

Auge in Auge mit dem Verbrechen - Kriminalfälle in der "Blauen Stunde"

Jemandem wie Kriminaloberrat a. D. Berndt Marmulla begegnet man nicht jeden Tag, einem Kriminalisten, der schwere Verbrechen aufgeklärt hat und unterhaltsam darüber zu erzählen weiß. So geschehen am 15. März in einer fesselnden Ausgabe der "Blauen Stunde" im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels.
Gebannt hörten die 32 Gäste, hauptsächlich Frauen, zu, denn es ging vorrangig um Verbrechen aus Leidenschaft. Egal ob aus Eifersucht, blinder Liebe oder anderen Gründen. Es gab einige Fälle mit diesem Hintergrund, die dank guter Polizeiarbeit auch restlos aufgeklärt wurden. Begonnen wurde mit dem Fall "Schokoladen-Lemke" aus dem Jahr 1948, bei dem ein Mann durch die blinde Liebe zweier Frauen zu einem Jüngeren, ums Leben kam. Ihm folgte der kuriose Fall des Phantoms mit der Taschenlampe 1973 in Pankow, der mit der Hilfe gewitzter Frauen aufgeklärt werden konnte. Auch der Fall der jungen Pferdewirtin aus Lübars, die 2012 ermordet wurde, um die Lebensversicherung zu kassieren, hatte seinen Ausgangspunkt in einer neuen Leidenschaft ihres Partners.
Großes Interesse fand auch die Entführung eines Babys 1988 am Prerower Platz in Hohenschönhausen, an die sich viele Zuhörer noch gut erinnern konnten. Eine verliebte Frau wollte damit ihre Beziehung kitten, konnte aber dank der guten Beobachtungsgabe einer Passantin und einer Nachbarin gestellt und das Baby seiner Familie zurückgegeben werden.

Berndt Marmulla, der über 25 Jahre kriminalistisch tätig war, verstand es sehr gut, sein Berufsethos deutlich zu machen. "Egal wie groß oder wie klein ein Fall war, entscheidend für uns war immer, den Täter zu ermitteln. Das war unser Ehrgeiz." Beispiele dazu finden sich auch in seinen Büchern "Der Sockenmord" und "Ein Mord, wie im Kino".




Grosses Teaserbild Preisträger des Frauenpreises 2018: Oberes Bild - Michael Grunst, Marion Scheidler, Nicole Triloff, Evelyn Ulrich, Majel Kundel)

Lichtenberger Frauenpreis 2018 verliehen

Der 8. März war ein passendes Datum für die Verleihung des diesjährigen Lichtenberger Frauenpreises. Für ihre außergewönliche Arbeit wurden aus diesem Anlass vier Frauen bzw. Projekte nominiert. Ein Zeichen für erfolgreiche Arbeit, dass der VaV Hohenschönhausen mit zwei Nominierungen dabei vertreten war - zum einen Evelyn Ulrich, Geschäftsführerin des Vereins, persönlich und gemeinsam mit der AG Fachtag Alleinerziehende (siehe auch Beitrag im Archiv), deren aktives Mitglied sie ist. Weiterhin wurden Monique Mathis von der HOWOGE und das Sozialwerk des dfb nominiert (unteres der beiden Bilder).

In Anwesenheit der Laudatorinnen Gesine Lötzsch, MdB, Heidi Schmidke, Runder Tisch Lichtenberger Frauen, Christina Emmrich, Vorstandsvorsitzende VaV, und Frau Leyh, Frauenhaus Hestia, nahm Bezirksbürgermeister Michael Grunst die Auszeichnung vor und ehrte mit dem Frauenpreis 2018, gemäß Entscheidung der Jury, die AG Fachtag Alleinerziehende (oberes der beiden Bilder - von links: Michael Grunst, Marion Scheidler BA, Nicole Triloff CSW, E.U., Evelyn Ulrich, Majel Kundel Gleichstellungsbeauftragte BA).
Der Vorstand des VaV sagt herzlichen Glückwunsch an Evelyn Ulrich und Ihre Mitstreiterinnen.

Christina Emmrich
im Namen des Vorstandes des VaV




Lesungen zu Ehren Eva Strittmatters

Lesung in Erinnerung an Eva Strittmatter

In der Reihe "Kulturbühne" wurde am 23. Februar zu einem musikalisch-literarischen Abend unter dem Titel "Die eine Rose überwältigt alles" in den Dünenpavillon des Nachbarschaftshauses eingeladen. Die Organisatoren des Vereins für ambulante Versorgung (VaV) erinnerten an diesem Abend an die Autorin Eva Strittmatter, die der Nachwelt ein umfangreiches Werk, bestehend aus Lyrik und Prosa, hinterlassen hat.

Zu DDR-Zeiten stand sie oft im Schatten ihres Mannes Erwin Strittmatter, der mit Büchern wie "Ole Bienenkopp" oder "Der Laden", die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, der wohl bekanntere Teil des Ehepaares war. Dass aber auch Eva Strittmatter den Menschen viel zu sagen hatte, bewiesen die Akteure der Veranstaltung Ute Knorr und Ingolf Alwert mit den ausgewählten Texten. Die inhaltliche Vielfalt und emotionale Tiefe, die darin zum Ausdruck kamen, beeindruckte die Zuhörer sichtlich. Die Klavierstücke, die Dirk Morgenstern präsentierte, fügten sich harmonisch in die Vorträge ein und rundeten so den Abend gelungen ab.



Bürgermeister unter sich - Michael Grunst und Christina Emmrich

"Bürgermeister ist der beste Job, den es gibt"

Viel Harmonie - auch bei der Bewertung der Arbeit als Bürgermeister - bei den beiden Gästen des neuen Veranstaltungsformates "Platten TALK" am Dienstag Abend im Dünenpavillion des Nachbarschaftshauses im Ostseeviertel. Dennoch trafen sich mit dem aktuellen Lichtenberger Bürgermeister Michael Grunst und der früheren Bürgermeisterin und heutigen Vorstandsvorsitzenden des VaV, Christina Emmrich, zwei unterschiedliche Menschen bei Moderator Falk Schneider. Der ruhige Grunst, bekennender Lichtenberger und Eisern-Union-Fan, sowie die agile Emmrich. So kommt es nicht unerwartet, dass sie sich als zielstrebig und ungeduldig charakterisiert. Da verwundert es nicht, dass sie selbst im Ruhestand Familienzeit - jetzt für ihre Enkel - akribisch plant. Entspannung findet sie bei der Gartenarbeit und beim Lesen - vorrangig Krimis, weil, so Christina Emmrich, man dabei wunderbar seine Sinne schärfen kann.

Das interessierte Publikum erfuhr viel über den Werdegang der Gäste auf dem Podium. Beide gelangten über ehrenamtliche Tätigkeit zur politischen Arbeit. Grunst näherte sich zudem mit einer Verwaltungslaufbahn den größeren politischen Aufgaben, Emmrich über die Gründung des VaV im Jahr 1991 als Alternative zur drohenden Arbeitslosigkeit. Beide prägte vor allem die Arbeit im Kiez, weshalb sie diese auch als zentrales Element in ihrer Karriere betrachten. Michael Grunst als Bürgermeister muss allerdings jetzt das Wohl aller Lichtenberger Stadtteile im Blick haben, um die notwendige Balance untereinander zu erzielen, was er als größte aktuelle Herausforderung sieht. Christina Emmrich bekennt dagegen, dass sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für den VaV in erster Linie das Engagement im Kiez sieht, denn hier gäbe es viel zu tun und nennt Stichworte wie Alleinerziehende, Wohnungslose oder ärztliche Versorgung. Das greift dann auch der Bürgermeister auf, der Probleme der Sozialpolitik benennt. Das beginnt mit fehlenden Kita- und Schulplätzen, setzt sich fort bei Unterstützung für Schulabschlüsse sowie Ausbildungsplätze und mündet schließlich in der Notwendigkeit, existenzsichernde Arbeitsplätze zu schaffen, um Armut in Lichtenberg deutlich zu senken und die Attraktivität des Stadtbezirks weiter zu erhöhen. Auf die Frage des Moderators nach dem Zustand Lichtenbergs in zehn Jahren erklären beide unisono, dass die Sonne über Lichtenberg scheinen werde.

Leider fehlte der dritte erwartete Gast wegen Krankheit. Jean-Philippe Kindler hatte dennoch seinen Auftritt - per Videoeinspiel. Die dabei erhaltene Kostprobe seiner Texte zeigte, wie gut er mit seinem "Poetry Slam" in die Runde gepasst hätte.

Einen kleinen Eindruck von der Veranstaltung vermittelt dieser Link: Platten Talk




Begeisterte Kinder beim Auftritt von Dudel Lumpi

Dudel Lumpi begeisterte die Grashalm-Faschingsgesellschaft

Am 10. Februar war es wieder soweit - Faschingszeit im Familienzentrum Grashalm des VaV. Nach aufregenden und aufreibenden Vorbereitungen übertraf die Resonanz die Erwartungen der Organisatoren rund um Nadja Rammelt deutlich. Das umfangreiche Programm erlebten fast 200 Besucher*innen von 0 - 75. Toll verkleidet kam oft die ganze Familie, vom Klein- und Schulkind bis zu den Eltern und Großeltern. Alle fanden Gefallen an den vielfältigen Möglichkeiten an diesem Nachmittag in den Räumen des Nachbarschaftshauses.

Besonders Dudel Lumpi zog mit seiner musikalischen Faschingsreise die Jüngeren in seinen Bann. Mit der Balaleika von Russland bis zum Banjo nach Amerika nahm der Clown die Kinder mit, die dabei ihr Wissen über die Länder und deren Musikinstrumente einbringen konnten. Zum aktiven Mitmachen mussten die Kids nicht lange gebeten werden - die ganz Mutigen von ihnen fanden den Weg zur Bühne und begleiteten Dudel Lumpi ein Stück seines Weges.
Doch es gab noch viel mehr: Ein Bad in tausend Luftballons und einmal auf einer Turnmatte über den Ballons schweben, sich toll schminken lassen oder Topfschlagen spielen. Für viele Kinder hätte es noch lange an diesem Samstag so weiter gehen können, wären da nicht die Organisatoren und manche Eltern, denen bei soviel Trubel langsam die Kräfte schwanden ...




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