Veranstaltungen im Jahr 2018

Mehr als einhundert Veranstaltungen, Kurse und Termine finden monatlich im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels statt.

Auf einige der interessantesten blicken wir an dieser Stelle zurück und wollen Lust auf das Annehmen künftiger Angebote des VaV machen.




13. Dezember 2018
Weihnachtszauber im Advent in der Begegnungsstätte

Mehr als 60 Seniorinnen und Senioren füllten den Saal in der Seniorenbegegnungsstätte im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel, um am 13. Dezember genau diesen Zauber bei Kaffee, Kuchen und kleinen Geschenken zu erleben. Die Entertainerin Jeannine Hartmann ließ mit ihrem Programm aus Liedern und Gedichten die Vorfreude auf das Fest wieder aufleben, das Gefühl wieder Kind zu sein und Weihnachten zu erleben, wie es damals war. Viele alte Weihnachtslieder wie „Morgen Kinder wird’s was geben“, „Kling Glöckchen“ und „Oh, Tannenbaum“ wurden gleich mitgesungen.
Natürlich ging es auch um die Mühen des Weihnachtsshoppings, die jeder nachvollziehen konnte, um den Spaß und die Kleckerei bei der Weihnachtsbäckerei und immer wieder die Freude am Zusammensein mit der Familie. Fast jeder konnte sich an eigene Erlebnisse erinnern, als „Weihnachten in Familie“ erklang oder die Titelmelodie des beliebtesten Märchenfilms zu Weihnachten „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

An diesem Tag wurde auch den vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfer*innen der Seniorenbegegnungsstätte gedankt und die langjährige Leiterin Monika Krumbholz verabschiedet. Mit „Sind die Lichter angezündet“ fand dann ein angenehmer Adventsnachmittag seinen Abschluss.

Elfi Sinn

Jeannine Hartmann



18. Oktober 2018
"Blaue Stunde" - einmal ganz anders

Wer bisher die monatlich stattfindende „Blaue Stunde“ im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel besuchte, den erwarteten interessante Buchvorstellungen. Am 18.Oktober aber, war alles ganz anders. Das Duo Faller entführte die Zuhörer auf eine musikalische Weltreise. Nicht mit Videos, Erzählungen oder passenden CDs, sondern mit live gespielter Musik auf einer Domra und einem Bajan. Das eine ist eine Vorläuferin der Balalaika und das andere ein Knopfakkordeon.
Oxana und Dimitri Faller, die eine exzellente musikalische Ausbildung in Jekaterinburg, dem früheren Swerdlowsk, genossen haben, begeisterten ihre zahlreichen Zuhörer mit klassischen und populären Melodien. Die musikalische Reise begann in Wien mit einem Strauß-Walzer, führte über Budapest mit den ungarischen Tänzen von Brahms nach Mexiko mit „Besame mucho“ und immer wieder nach Russland mit Schostakowitschs berühmtem Walzer Nr. 2, dem nicht ganz so bekannten Walzer „Amur-Wellen“ bis zu Publikumslieblingen wie „Moskauer Nächte“, „ Oh, Abendklang“, „Kalinka“ und dem Walzer aus dem Film „Dr. Schivago“.
Den Fallers, die als Nachfahren von Wolgadeutschen nicht mehr östlich des Urals, sondern in Berlin leben, gelang es gut, ihr Publikum mitzunehmen auf ihre Reise, Erinnerungen zu wecken und sogar zum Mitsingen zu bewegen. Eine rundherum gelungene Veranstaltung!

Elfi Sinn

Duo Faller




30. September 2018
Chris Doerk und ihre Geschichten über Kuba

Es war ein herzlicher Applaus, der der inzwischen 76-jährigen Chris Doerk beim Erscheinen entgegengebracht wurde. Über 60 neugierige Gäste hatten sich im Dünenpavillon eingefunden, um „Die Doerk“, die beliebte Sängerin der DDR in den 1960/70er Jahren, mal in einer weniger bekannten Rolle zu erleben, als Vortragende aus ihrem Buch „La casita“. In für die Sängerin heute typischer Kleidung und Kopfbedeckung kam sie nicht nur schnell zum Thema, sondern tat das auch sehr routiniert.

Lesung Chris Doerk

Was das Auditorium zu hören bekam war kurzweilig, pointiert und mit einem großen Schuss Humor, der nie verletzend war, sondern eher liebevoll streichelnd. Die meist nur knapp ein Dutzend Seiten langen Episoden beschreiben Doerks enge Beziehung zu der Karibikinsel Kuba, mit der sie sich seit vielen Jahren verbunden fühlt. Es sind in aller Regel selbst erlebte Geschichten, die von Freundschaften, Versorgungsengpässen oder dem ganz normalen Alltag auf Kuba handeln. Hier bewohnte Chris Doerk einige Jahre ein von Freunden bereit gestelltes kleines, einfaches Ferienhaus am Meer. Einige der Kurzgeschichten spiegeln aber auch Erlebnisse von ihren Tourneezeiten oder späteren Besuchen auf der Insel. Die Zuhörer erfuhren nicht nur, dass Not erfinderisch macht – so geschehen beim Wassermangel in einem Notquartier, das als Hotel fungierte, sondern auch vom Schmuggeln einer Schildkröte, von einer Busfahrt, die nicht zum Ziel führte oder einem Gaststättenbesuch in den frühen 1990er Jahren, bei denen alle Speisen nur auf Möhren basierten.

Zum Abschluss sang Chris Doerk dann doch noch. Erst ein kubanisches Liebeslied und schließlich den Gassenhauer „Männer, die noch keine sind“. Im Anschluss schrieb sie geduldig Autogramme, wobei sie auf Nachfrage kleine Tipps für Kubareisen als Zugabe anbot. Und: Es soll im Jahr 2019 ein Wiedersehen geben, dann mit dem Schwerpunkt Gesang.




28. September 2018
Langjährige Geschäftsführerin sagt adieu

Evelyn Ulrich, seit 2010 Geschäftsführerin des VaV, nahm sich an ihrem letzten Arbeitstag Zeit für ein Abschiedsbankett im Dünenpavillon des Nachbarschaftshauses, das zu einer hochemotionalen Veranstaltung wurde. Selten wurden hier so viele gute Wünsche ausgesprochen, wurde sich geherzt und umarmt, wie an diesem 28. September 2018. Knapp 100 Gäste, allesamt langjährige Partner - vom Bezirksamt, anderen gemeinnützigen Vereinen und Initiativen bis hin zu Kursteilnehmer*innen im Nachbarschaftshaus sowie natürlich von den Einrichtungen, Projekten und Bereichen des VaV selbst - ließen es sich nicht nehmen, der scheidenden Geschäftsführerin für ihre stets partnerschaftliche Zusammenarbeit zu danken und ihr für den "post-erwerbstätigen" Lebensabschnitt, wie es einer der Gäste formulierte, viel Erfolg zu wünschen. In ihren einleitenden Worten würdigte Vorstandsvorsitzende Christina Emmrich die scheidende Geschäftsführerin für ihre 27-jährige Arbeit im VaV. Sie sprach Evelyn Ulrich dabei Dank, Anerkennung und Respekt für die geleistete Arbeit im Verein in den unterschiedlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereichen aus.

Verabschiedung Evy Ulrich

Doch nicht nur Evelyn Ulrich erhielt Geschenke und anerkennende Worte von ihren Gästen, auch sie bedankte sich für die langjährige kollegiale, teils freundschaftliche gemeinsame Arbeit bei den Anwesenden. Besonders hob sie die enge Zusammenarbeit mit der Vorstandsvorsitzenden und Gründerin des VaV, Christina Emmrich, mit der stellvertretenden Geschäftsführerin Stefanie Schulz und einer langjährigen Weggefährtin, der Leiterin der Kita Abenteuerland, Cordula Kleinfeldt, hervor. Auch für ihre Nachfolgerin, Ute Gallmeister, hatte sie ein ganz besonderes Geschenk. Ein Schatz- und Starterkästchen. In ihm verbargen sich viele Gegenstände mit Symbolcharakter. Bis hin zum Fragezeichen. Ute Gallmeister erkannte den Fingerzeig und versprach, ihre jetzt unterstellten Mitarbeiter*innen kollegial bei allen Fragen einzubeziehen.
Das gesamte VaV-Team wünscht Evelyn Ulrich einen erfüllten und somit aktiven "Ruhestand".


Verabschiedung Evy Ulrich



15. September 2018
Tag der offenen Tür

Seitdem das Nachbarschaftshaus am Standort Ribnitzer Straße im September 2011 seine Türen öffnete, führt es jährlich einen Tag der offenen Tür durch. Diesmal an einem Samstag. Angesichts der vielfältigen Vorbereitungen und eines umfangreichen Programms hätte das Wetter einen Tick besser sein können. Nicht besser sein konnte das Querschnittsprogramm der Kurse und Veranstaltungsreihen, die sich vorstellten.

Eröffnung des bunten Nachmittages

Sarah Wehe, Bereichsleiterin Gemeinwesenarbeit (im Bild rechts), und Beate Janke, Stadtteilkoordinatorin, eröffneten den Nachmittag, der vor allem seinen Reiz in der Nutzung des großzügigen Gartens hatte. Nur die Kreativwerkstatt, der Informationsstand des VaV und das Kuchenbuffet im Foyer erwarteten im Haus die Besucher.
Im Garten zeigten die Frauen der Handarbeitsgruppe von der im Haus ansässigen Begegnungsstätte unter Leitung von Frau Manna ihr Können und boten vielfältige Artikel an. Ihnen gegenüber der Stand der Seidenmaler*innen. Der Rundgang führte dann an den Ständen für die Kinder vorbei. Seifenblasen, Jonglage und Geschicklichkeitsspiele fanden regen Zuspruch. Die Runde komplettierten der umfangreiche Kindertrödel des Familienzentrums Grashalm, ein Waffelstand und der Infostand von „Wandere mit, bleib fit“.

Eröffnung des bunten Nachmittages

Obst und Gemüse, aber auch Säfte und gesunde Snacks gab es beim Stand vom Landladen Kastaven und dem Märkischen Landbrot. Und schließlich rundeten ein Getränke- und der Rostbratwurststand die Angebotspalette ab. Eine besondere Attraktion, besonders für die Mädchen an diesem Nachmittag, der Stand der Mehndi Malerei, wo mit Henna Körperbemalung aufgebracht wurde. Die aus dem alten Ägypten stammende Kultbemalung wurde auf Hände und Arme aufgetragen und symbolisiert u. a. Glück, Wohlstand und Gesundheit.

Eröffnung des bunten Nachmittages

Inzwischen war das Programm nach Bewegungstanz für Kinder und einer Vorführung von Thai-Chi-Übungen beim Gesellschaftstanz angelangt. Das Tanzpaar wählte Walzer, Tango und Rumba – nur eine ältere Teilnehmerin kannte sich aus und „gewann“ einen Extratanz mit dem Tänzer.

Danach vermittelte Beate Janke einen Überblick über die Initiative „Stadtteildialoge“ und stellte zudem die beiden monatlichen Wanderaktionen vor. Gunther Saß, der jeden dritten Mittwoch im Monat zu einer exklusiven Wanderung einlädt, beantwortete dabei die Fragen zu seinen Touren, die auch mal bis zu 50 km weg von Berlin führen können (natürlich mit Anfahrt per Bahn). Zwischen den einzelnen Programmpunkten sorgte DJ Florida für Musik zur Unterhaltung und zu den verschiedenen Tanzdarbietungen.
Allen fleißigen ehrenamtlichen Helfern, den Standbetreuern und den Programmteilnehmern ein herzliches Dankeschön für ihr engagiertes Mitwirken.

Eröffnung des bunten Nachmittages




16. August 2018
Finissage über 100-jährige Menschen

Am 16. August endete die Ausstellung "Wie fühlt sich das Alter an? – Zwölf Antworten" mit einer Finissage im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels. Seit Mai wurden dort knapp ein Viertel der Werke der Gesamtdokumentation ausgestellt. Sie waren ein häufiger Blickfang für Besucher*innen und Mitarbeiter*innen.
Zur Abschlussveranstaltung im Dünenpavillon waren die beiden Initiatorinnen Rita Preuß und Marion Schütt erneut die Hauptakteurinnen. Nicht nur, um einen Ausschnitt aus einem ihrer Interviews mit Helga Luther, einer engagierten Frau im und nach dem Zweiten Weltkrieg, zu präsentieren, sondern auch, um sich Fragen der anwesenden Gäste zu stellen. So wurde in angenehmer Atmosphäre lebhaft beschrieben, diskutiert, hinterfragt und zugehört.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den Referentinnen für den gelungenen Nachmittag, durch den VaV-Mitarbeiter Vincent Reinhold (im Bild zwischen den Autorinnen Schütt und Preuß) führte, bedanken.

Verabschiedung der Autorinnen




22. Juni 2018
"Fremdgänger" sahen sich Südafrika an

Diesmal reisten die Kiezlüt´mit ihren Besuchern im Dünenpavillon zur Südspitze Afrikas. Die wechselvolle Geschichte, besonders der letzten 30 Jahre, war ein wichtiges Thema beim einleitenden Vortrag über Südafrika. Dazu gehörten viele Zahlen und Fakten, die jahrzehntelange Apartheid, eine Bevölkerungsstruktur, die noch immer große Risse zeigt und Quelle von Konflikten ist. Julius Weissenborn (Veranstaltungsorganisator des VaV) konnte in seinen Ausführungen immer wieder selbst Erlebtes einfügen, hatte er doch ein halbes Jahr eine Schule in Südafrika besucht.
Zehn Jahre lebte und arbeite Dayana Dreke (Spik e.V. Integration) in dem Land und berichtete über ihre Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Um nicht nur ernsthafte Themen zu behandeln, gab Dayana noch einen kleinen Sprachkurs Xhosa - eine südafrikanische Klicklaut-Sprache. Es muss wohl nicht betont werden, dass die meisten Versuche der Nachahmung scheiterten, es aber insgesamt sehr erheiternd war.

Nach so viel Kost für den Kopf musste nach der Pause der Magen zu seinem Recht kommen. Südafrikanischen Speisen wurden serviert. Beispielsweise Bunny Chow (Südafrikanisches Brot, in das man zweierlei Füllungen , ein Curry und ein scharfer Gemüsemix, füllen konnte), wovon einige Besucher kaum genug bekommen konnten.
Den Abschluss des Abends gestaltete der bekannte, in Berlin lebende südafrikanische Sänger Vido Jelashe. Er spielte und sang südafrikanische Musik, seine Stimme und die mitreißenden Rhythmen gingen ins Ohr. Sein letztes Stück an diesem Abend war ein Medley aus Miriam Makebas Pata Pata, das phantastisch interpretiert wurde, und The Lion Sleeps Tonight (Lionking). Jetzt gab es kein Halten mehr und alle Gäste sangen begeistert mit.
Ein toller, gelungener Abend, der auch Lust auf die nächste Fremdgängertour machte, dann geht es am 28. September in die Tschechische Republik.






21. Juni 2018
"Blaue Stunde" mit Gesine Lötzsch

Wenn eine Bundestagsabgeordnete aus ihrem politischen Leben erzählt, kann das durchaus auch erheiternd sein. Das zeigten die Reaktionen der Teilnehmerinnen an der „Blauen Stunde“ im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel, die von der Leiterin der Einrichtung, Monika Krumbholz (links im Bild), moderiert wurde.
Dr. Gesine Lötzsch las am 21. Juni aus ihrem Buch „Immer schön auf Augenhöhe“. Dieser Satz war als politisches Credo vor allem für die schweren Anfangsjahre im Bundestag gedacht, konnte auch generell für den Osten gelten, aber durchaus ebenso als direkter Vergleich bestehen, z. B. auf dem Foto mit einer Giraffe für die Neujahrskarte von Frau Lötzsch, die jedes Jahr ein anderes Tier aus dem Berliner Tierpark zeigt. Das Buch enthält Episoden der unterschiedlichsten Art. Heitere, wie die Mitwirkung in einem Film, in dem Hape Kerkeling als Horst Schlämmer für den Bundestag kandidierte; Motivierende, wie die Ansprachen vor den Erstklässlern in der Randow-Schule und sehr Ernsthafte, wie die Lesungen gegen das Vergessen und die Unterstützung von Beate Klarsfeld bei Widerständen gegen die Ausstellungen über deportierte jüdische Kinder. Ein lesenswertes Buch und ein interessanter Nachmittag – so lautete das Resümee der Beteiligten.


Buchlesung mit Gesine Lötzsch




25. Mai 2018
In lockerer Runde sich näher kennengelernt

"Europäisch leben - lokal feiern!" - unter diesem Motto wurde deutschlandweit am 25. Mai das Europäische Fest der Nachbarn begangen. Auch das Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel beteiligte sich an dieser Aktion und lud die Nachbarn zu gemütlichen Stunden ein.

Bei bestens geeignetem Wetter trafen sich ab 17 Uhr "neue" und "alte" Nachbarn im Garten des Nachbarschaftshauses. Familien des Familienzentrums Grashalm und Gäste des Café "Kontakt" aus dem benachbarten alternativen Kulturzentrum WB 13 fanden sich zum Kennenlernen, Deutsch üben, für Hausaufgabenhilfe und gemeinsamen zubereiten von veganem/vegetarischem Essen zusammen.
Es wurde gegrillt (streng vegan), viel geredet, geholfen und gemeinsam entspannt. Die Kinder des Familienzentrums und Jugendlichen des Familienzentrums und der JFE des Spik e.V. nutzten Trampolin und Schaukeln sowie den ganzen Garten zum Toben. Das tolle Wetter und die gemütliche Atmosphäre auf den Paletten-Möbeln machten den Abend komplett und haben die nachbarschaftliche Begegnung zu einem schönen Event gemacht.


Fest der Nachbarn




17. Mai 2018
"Wie fühlt sich das Alter an?" - Ausstellung über Berliner Hundertjährige

Hundertjährig - in dem Wort schwingt Respekt, Anerkennung und manchmal auch ungläubiges Staunen. Aktuell wird im Nachbarschaftshaus dieser Altersgruppe eine Ausstellung gewidmet. Bei der Eröffnung am 17. Mai stand immer wieder eine Frage im Vordergrund: Wie gelingt ein solch langes Leben? Gesunde Ernährung, Zurückhaltung bei Alkohol oder täglich Sport?

Klara S., die 1912 in Berlin-Schöneberg Geborene nennt als ihr Geheimnis, dass sie im oberen Stock gewohnt hätte. "64 Treppenstufen rauf und runter. Und das 55 Jahre lang", erzählt sie.
Mit gesunden Leben und Abstinenz hätte ihr hohes Alter nichts zu tun, betont die 1911 geborene Ulla M.: "Nee, das möchte ich ablehnen. Im Gegenteil, wir haben viel gefeiert!"

Seit 2010 führen Marion Schütt, Historikerin und Fotografin von synopsisfilm, und Rita Preuß, Publizistin, Gespräche mit Hundertjährigen in Berlin. Bisher hatten sie die Möglichkeit, rund 40 hundertjährige Berlinerinnen und Berliner zu befragen. Die Ergebnisse finden sich in Ausstellungen, Katalogen und Dokumentarfilmen wieder (siehe auch www.synopsisfilm.de).
Die aufgezeichneten Geschichten vermitteln aus erster Hand das Lebensgefühl einer Stadt, die es so nicht mehr gibt. Positive Lebensphilosophie, starker Wille, Gelassenheit und Berliner Humor prägen ihre Biografien. Zehn von ihnen wurden ausgewählt und laden in einer Ausstellung des Nachbarschaftshauses des Ostseeviertels in Zusammenarbeit mit synopsisfilm werktags von 8.30 bis 19 Uhr (freitags bis 18.00 Uhr) ein. Der Eintritt ist frei und die Ausstellung geht noch bis zum 19. August 2018.

Ausstellung über Hundertjährige




Bilder PlattenTALK über Wirtschaft und Kultur
Diskussion um Wirtschaft und Kultur

Wirtschaft und Kultur ganz nah beieinander

17. April 2018 | Vorhang auf für die zweite Ausgabe des Platten-Talks hieß es am Dienstagabend, dem 17. April, im Nachbarschaftshaus. Scheinbar zwei ganz verschieden geprägte Menschen trafen sich auf dem Sofa im Dünenpavillon. Die wirtschaftsnahe Ruheständlerin Dr. Hannelore Helbig-Zschäpe und der Hamburger Politologe Uwe Jonas. Sie sollten als Synonyme für Wirtschaft und Kultur gelten und der Frage nachgehen, ob beides in Einklang zu bringen ist. Moderatorin Stefanie Molthagen führte die beiden in souveräner Art auf einen letztlich recht harmonischen Pfad.
Denn spätestens bei der Aussage von Hannelore Helbig-Zschäpe, dass sie moderne Kunst mag, war die Brücke zu Uwe Jonas gebaut. Dazu kam Jonas Engagement im öffentlichen Raum, der ja auch der Wohnungswirtschaftsexpertin und heutigen Vorstandsvorsitzenden Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg ein Anliegen war und noch ist. Das anschaulichste Beispiel ist die rund 22.000 m² große Fläche um die Straßeneinmündungen Alt-Friedrichsfelde und Straße am Tierpark. Die drei Wandbilder wurden bis 2013 vom französischen Fassadenkünstler CiteCreation erschaffen.

Das ist auch das Jahr, in dem es Jonas nach Hohenschönhausen verschlug. Sein Arbeitsdomizil in der Auguststraße wurde ihm gekündigt und nun sollte es die Peripherie sein. In dieser ist er inzwischen als Kurator der Galerie "studio im HOCHHAUS" tätig, organisiert Projekte im öffentlichen Raum und widmet sich der Aufgabe, Kinder für die Kunst zu gewinnen. Sie seien aufgeschlossener, neugieriger und flexibler als Erwachsene. Helbig-Zschäpe sieht dieses Engagement mit Freude und wünscht sich noch, dass öfter auch zu einem Buch gegriffen würde und weniger die mobile Technik den Alltag prägt. Kinder und Jugendliche sind auch ein Thema ihrer Stiftungsarbeit. Ein Partner ist das Kinderhaus in Mark Brandenburg. Mit ihren Fördergeldern wird mal eine Reise bezahlt, Instrumente gekauft oder Unterrichtsmaterialien bereitgestellt.

Letztlich war es ein Talk der leisen Töne zu dem ganz harmonisch die Musik von Pan Chimzee passte, der mit seinen Eigenkompositionen den Nerv des Publikums traf. Besonders, als er bei dem Titel Cauliflower - von ihm selbst als Finger-Style-Musik bezeichnet - die Gitarre zum Zupfinstrument umfunktionierte (siehe auch Bild). Nun darf man auf die nächsten Gäste am 12. Juni gespannt sein.






Filmausschnitte Brunnengeflüster
Ausschnitte aus dem Film "Brunnengeflüster".

Unterhaltsames "Brunnengeflüster" im Rahmen der Kulturbühne

13. April 2018 | Es war ein amüsanter Freitagabend, noch dazu ein 13., an dem im Dünenpavillon des Nachbarschaftshauses der wohl ungewöhnlichste Film über den Mühlenradbrunnen und seinen Kiez gezeigt wurde. Ein von den Machern, die sonst mehr Dokumentationen anbieten, als Theater-Film bezeichneter Geschichtsabriss. In sich abwechselnden Spiel- und Dokumentarszenen ließ man die Geschichte des Mühlengrundes auferstehen. Der Zuschauer erfuhr von den Anfängen mit einer Holländer Mühle bis hin zu einem ehemals prosperierenden Zentrum nach dem Bau der Neubausiedlung in den 1980er Jahren. Ein Wahrzeichen damals der am 14. April 1986 eingeweihte Brunnen. Alte Aufnahmen zeigen tausende Menschen, die zur Einweihung kamen. Inzwischen ist es dem Brunnen wie seinem Umfeld ergangen, eher schlecht.

Die Macher um Werner Schwarz und Björn Seidel-Dreffke wollen mit diesem Experiment an den Brunnen, seinen Schöpfer Achim Kühn und an die Menschen, die hier wohnen und wohnten und deren Erlebnisse und Geschichten erinnern. Vor allem dem Kiezaktiv und der Bereitschaft des Künstlers Kühn ist es überhaupt zu verdanken, dass im November 2014 der zuvor restaurierte Brunnen eine zweite Chance bekam. Ob seine letzte, wir wissen es nicht.

Dass die Brüche in der Biographie des Brunnens und letztlich auch der hier wohnenden Menschen alte Narben nicht schmerzen ließen, lag an den mit Spitzen und Spitzfindigkeiten gespiegelten Zeitgeist der unterschiedlichen Zeitabschnitte. Die Filmemacher der Arbeitsgemeinschaft Initiative Audio-Visuelle Medien für soziale Themen (IAVM) zeigten einprägsam, dass es Kunst heute schwer hat, wenn sie nicht gefördert wird. So konnte nur durch das Bundesprogramm Stadtumbau Ost das Brunnenumfeld überhaupt saniert werden. Nun aber fehlt das Geld, um den Betrieb kontinuierlich zu sichern. Keine guten Vorzeichen für den "Pusterich".




Christina Errath liest aus ihrem Buch
Christina Errath stellt ihr Buch vor.
Quelle Hintergrundbild: Bundesarchiv Bild 183-M0802-0021, Christine Errath am 2. August 1973

"Meine erste 6,0" - Christine Stüber-Errath zu Gast in der "Blauen Stunde

11. April 2018 | Wenn jemand Weltmeisterin, dreifache Europameisterin und Gewinnerin weiterer Medaillen in seiner Traumsportart Eiskunstlauf war, dann müssten doch in diesem Leben alles nach Wunsch verlaufen sein?
So oder so ähnlich waren bestimmt die Vorstellungen der 40 Teilnehmer*innen im Nachbarschaftshaus an dieser Buchlesung der besonderen Art am 11. April, der "Show zum Buch". Weit gefehlt! In ihrer temperamentvollen Art demonstrierte Christine Stüber-Errath, dass neben den bekannten Erfolgen auch oft Abstürze ihr Leben bestimmten und wie sie sich nach dem Hummel-Prinzip wieder nach oben kämpfte. Angefangen hat sie als 5-jähriges Pummelchen, das ulkig genug war, um nicht übersehen zu werden. Eindrucksvoll war auch die Kombination eines Interviews, das sie als 9-jährige gab, in dem sie selbstbewusst verkündete Europameisterin werden zu wollen und dem folgenden Video der Kür zur EM in Köln 1973, bei der sie genau dieses Ziel in der gewohnten Eleganz erreichte.

Lustige Episoden wie die über die Kostüme, die immer Mama schneiderte, die Schlittschuhe, die sich zur richtigen Zeit wieder fanden, wechselten mit wehmütigen wie die Erinnerungen an die besonders interessanten und fairen Sportreportagen durch Heinz-Florian Oertel. Den Männern in ihrem Leben hatte Christine Stüber-Errath auch einige wichtige Abschnitte gewidmet, zum Beispiel Kolja, dem verrückten russischen Fan oder Frank Schöbel, mit dem sie eindrucksvoll als Paar zum "Liebestraum" von Liszt tanzte, obwohl wir heute wissen, dass die Kostüme viel zu eng waren. Nachdem sie als 19-jährige mit dem Eiskunstlauf abschloss, traute sie sich für den Film "Die Anfängerin" nach langer Zeit wieder aufs Eis. Inzwischen trainiert sie wieder regelmäßig und zeigte abschließend in einem kurzen Ausschnitt aus einer Schaulaufveranstaltung, dass sie auch mit 60 nichts von ihrem Können und ihrer Ausstrahlung verloren hat.




Querschnitt Russland
Yana Afronina und Viktor Varkintin begeisterten mit ihren musikalischen Darbietungen das Publikum

Kiezlüt´ schauten in Russland vorbei

Bei einer Neuauflage der Reihe "Wir gehen fremd" organisierten die Verantwortlichen am 23. März 2018 einen Russland-Abend. Bereits auf dem Hauptflur des Nachbarschaftshauses wurden Bilder der Künstler Waldemar und Alexandria Badt gezeigt. Im Dünenpavillon übernahm Johan Bodnar nach der Begrüßung die Aufgabe, auf die recht wechselhaften deutsch-russischen Beziehungen einzugehen. Der Referent vom Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst erinnerte vor allem an die Zeit zwischen 1945 und 1990. Begriffe wie Stalin-Note, Reparationszahlungen und Krieg in Afghanistan spielten dabei eine Rolle. Der interessant vorgetragene Abriss hätte durchaus noch die aktuelle Beziehung stärker beleuchten und das Leben in Russland im Jahr 2018 spiegeln können, so jedenfalls die Meinung einiger, der rund 50 Gäste. Stattdessen übernahm nun die Küchencrew das Kommando und der erste Gang wurde serviert. Nach Pelmeni, mit verschiedenen Füllungen, gab es den Hauptgang. Ganz der russischen Tradition entsprechend, wurde nach dem Borschtsch eisgekühlter Wodka gereicht.

Gebäck und Früchte standen gerade als Dessert auf dem Tisch, da traten auch schon Yana Afronina und Viktor Varkintin auf. Das Duo Viana füllte fortan den Dünenpavillon mit typischer russischer Folklore. Die von Yana Afonina wundervoll vorgetragenen Volkslieder und Balladen handelten, wie könnte es anders sein, von Schmerz, Liebe und Leidenschaft. Neben dem Jüngling, der aus Verzweiflung seine Liebste entführen will, fanden auch Geschichten vom Frost, von Pferden und Kosaken zu den Ohren der Zuhörer. Begeisterung kam besonders bei Liedern wie "Wenn es Abend wird in der großen Stadt" oder dem Dauerbrenner "Kalinka" auf. Da erinnerte sich so mancher doch wieder an fast vergessene Zeiten, als mit sowjetischen Soldaten die Waffenbrüderschaft mit reichlich Alkohol gewürdigt wurde.




Grosses Teaserbild Mit großer Begeisterung gehen die Line-Dancer ihrem Hobby nach

Line-Dance-Party rockt den Dünenpavillon - Tanzen bis die Füße rauchen

Kennen Sie eine Tanzveranstaltung bei der die Tanzfläche schon beim ersten Ton der Musik gefüllt ist? Nein? Dann waren Sie noch nicht bei einer Line-Dance-Party der Silver Eagles im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels. Jeden dritten Freitag im Monat treffen sich zwischen 40 und 50 begeisterte Tänzer aus Lichtenberg, Pankow, Marzahn-Hellersdorf und sogar Bernau im Dünenpavillon - so auch am 16. März.
Wieder waren alle Altersklassen von 13 bis 79 und alle Schwierigkeitsgrade von Anfänger bis Fortgeschrittene vertreten. Jeder ist willkommen, auch wenn er nur mal schnuppern möchte. Allerdings muss gewarnt werden, wer diesem Tanzfieber einmal verfällt, der ist verloren.

Getanzt wird von 17.00 bis 21.00 Uhr, damit jeder noch gut nach Hause kommt und seine Sohlen kühlen kann. Zu diesen Partys steigt man in seinen Lieblings-Jeans, man kann sich aber auch ein wenig westernmäßig stylen, mit Weste, kariertem Hemd oder Bluse und so man hat, einem passenden Hut. Tanzsportvereine tragen natürlich ihre speziell gefertigten Shirts, wie die Silver Eagles in Schwarz mit Adler.
Organisiert wird die Party sehr souverän von den Silver-Eagles-Gründern Marlies und Jürgen Häusler und als DJ erfüllt Jürgen (siehe oberes Bild) wirklich fast alle Wünsche der Tanzbegeisterten, von einfach wie "Black Coffee" bis schwierig wie "Strong Bounds" oder "Bring down the House". Sehr beliebt bei den Tänzern und fast einzigartig ist das elektronische Laufband, mit dem rechtzeitig der nächste Tanz angezeigt wird. Wer sich schließlich hungrig oder durstig getanzt hat, ist bei Ute und Thomas am Tresen bestens aufgehoben.




Grosses Teaserbild Berndt Marmulla illustriert seine Kriminalfälle mit Originalbildern

Auge in Auge mit dem Verbrechen - Kriminalfälle in der "Blauen Stunde"

Jemandem wie Kriminaloberrat a. D. Berndt Marmulla begegnet man nicht jeden Tag, einem Kriminalisten, der schwere Verbrechen aufgeklärt hat und unterhaltsam darüber zu erzählen weiß. So geschehen am 15. März in einer fesselnden Ausgabe der "Blauen Stunde" im Nachbarschaftshaus des Ostseeviertels.
Gebannt hörten die 32 Gäste, hauptsächlich Frauen, zu, denn es ging vorrangig um Verbrechen aus Leidenschaft. Egal ob aus Eifersucht, blinder Liebe oder anderen Gründen. Es gab einige Fälle mit diesem Hintergrund, die dank guter Polizeiarbeit auch restlos aufgeklärt wurden. Begonnen wurde mit dem Fall "Schokoladen-Lemke" aus dem Jahr 1948, bei dem ein Mann durch die blinde Liebe zweier Frauen zu einem Jüngeren, ums Leben kam. Ihm folgte der kuriose Fall des Phantoms mit der Taschenlampe 1973 in Pankow, der mit der Hilfe gewitzter Frauen aufgeklärt werden konnte. Auch der Fall der jungen Pferdewirtin aus Lübars, die 2012 ermordet wurde, um die Lebensversicherung zu kassieren, hatte seinen Ausgangspunkt in einer neuen Leidenschaft ihres Partners.
Großes Interesse fand auch die Entführung eines Babys 1988 am Prerower Platz in Hohenschönhausen, an die sich viele Zuhörer noch gut erinnern konnten. Eine verliebte Frau wollte damit ihre Beziehung kitten, konnte aber dank der guten Beobachtungsgabe einer Passantin und einer Nachbarin gestellt und das Baby seiner Familie zurückgegeben werden.

Berndt Marmulla, der über 25 Jahre kriminalistisch tätig war, verstand es sehr gut, sein Berufsethos deutlich zu machen. "Egal wie groß oder wie klein ein Fall war, entscheidend für uns war immer, den Täter zu ermitteln. Das war unser Ehrgeiz." Beispiele dazu finden sich auch in seinen Büchern "Der Sockenmord" und "Ein Mord, wie im Kino".




Grosses Teaserbild Preisträger des Frauenpreises 2018: Oberes Bild - Michael Grunst, Marion Scheidler, Nicole Triloff, Evelyn Ulrich, Majel Kundel)

Lichtenberger Frauenpreis 2018 verliehen

Der 8. März war ein passendes Datum für die Verleihung des diesjährigen Lichtenberger Frauenpreises. Für ihre außergewönliche Arbeit wurden aus diesem Anlass vier Frauen bzw. Projekte nominiert. Ein Zeichen für erfolgreiche Arbeit, dass der VaV Hohenschönhausen mit zwei Nominierungen dabei vertreten war - zum einen Evelyn Ulrich, Geschäftsführerin des Vereins, persönlich und gemeinsam mit der AG Fachtag Alleinerziehende (siehe auch Beitrag im Archiv), deren aktives Mitglied sie ist. Weiterhin wurden Monique Mathis von der HOWOGE und das Sozialwerk des dfb nominiert (unteres der beiden Bilder).

In Anwesenheit der Laudatorinnen Gesine Lötzsch, MdB, Heidi Schmidke, Runder Tisch Lichtenberger Frauen, Christina Emmrich, Vorstandsvorsitzende VaV, und Frau Leyh, Frauenhaus Hestia, nahm Bezirksbürgermeister Michael Grunst die Auszeichnung vor und ehrte mit dem Frauenpreis 2018, gemäß Entscheidung der Jury, die AG Fachtag Alleinerziehende (oberes der beiden Bilder - von links: Michael Grunst, Marion Scheidler BA, Nicole Triloff CSW, E.U., Evelyn Ulrich, Majel Kundel Gleichstellungsbeauftragte BA).
Der Vorstand des VaV sagt herzlichen Glückwunsch an Evelyn Ulrich und Ihre Mitstreiterinnen.

Christina Emmrich
im Namen des Vorstandes des VaV




Lesungen zu Ehren Eva Strittmatters

Lesung in Erinnerung an Eva Strittmatter

In der Reihe "Kulturbühne" wurde am 23. Februar zu einem musikalisch-literarischen Abend unter dem Titel "Die eine Rose überwältigt alles" in den Dünenpavillon des Nachbarschaftshauses eingeladen. Die Organisatoren des Vereins für ambulante Versorgung (VaV) erinnerten an diesem Abend an die Autorin Eva Strittmatter, die der Nachwelt ein umfangreiches Werk, bestehend aus Lyrik und Prosa, hinterlassen hat.

Zu DDR-Zeiten stand sie oft im Schatten ihres Mannes Erwin Strittmatter, der mit Büchern wie "Ole Bienenkopp" oder "Der Laden", die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, der wohl bekanntere Teil des Ehepaares war. Dass aber auch Eva Strittmatter den Menschen viel zu sagen hatte, bewiesen die Akteure der Veranstaltung Ute Knorr und Ingolf Alwert mit den ausgewählten Texten. Die inhaltliche Vielfalt und emotionale Tiefe, die darin zum Ausdruck kamen, beeindruckte die Zuhörer sichtlich. Die Klavierstücke, die Dirk Morgenstern präsentierte, fügten sich harmonisch in die Vorträge ein und rundeten so den Abend gelungen ab.



Bürgermeister unter sich - Michael Grunst und Christina Emmrich

"Bürgermeister ist der beste Job, den es gibt"

Viel Harmonie - auch bei der Bewertung der Arbeit als Bürgermeister - bei den beiden Gästen des neuen Veranstaltungsformates "Platten TALK" am Dienstag Abend im Dünenpavillion des Nachbarschaftshauses im Ostseeviertel. Dennoch trafen sich mit dem aktuellen Lichtenberger Bürgermeister Michael Grunst und der früheren Bürgermeisterin und heutigen Vorstandsvorsitzenden des VaV, Christina Emmrich, zwei unterschiedliche Menschen bei Moderator Falk Schneider. Der ruhige Grunst, bekennender Lichtenberger und Eisern-Union-Fan, sowie die agile Emmrich. So kommt es nicht unerwartet, dass sie sich als zielstrebig und ungeduldig charakterisiert. Da verwundert es nicht, dass sie selbst im Ruhestand Familienzeit - jetzt für ihre Enkel - akribisch plant. Entspannung findet sie bei der Gartenarbeit und beim Lesen - vorrangig Krimis, weil, so Christina Emmrich, man dabei wunderbar seine Sinne schärfen kann.

Das interessierte Publikum erfuhr viel über den Werdegang der Gäste auf dem Podium. Beide gelangten über ehrenamtliche Tätigkeit zur politischen Arbeit. Grunst näherte sich zudem mit einer Verwaltungslaufbahn den größeren politischen Aufgaben, Emmrich über die Gründung des VaV im Jahr 1991 als Alternative zur drohenden Arbeitslosigkeit. Beide prägte vor allem die Arbeit im Kiez, weshalb sie diese auch als zentrales Element in ihrer Karriere betrachten. Michael Grunst als Bürgermeister muss allerdings jetzt das Wohl aller Lichtenberger Stadtteile im Blick haben, um die notwendige Balance untereinander zu erzielen, was er als größte aktuelle Herausforderung sieht. Christina Emmrich bekennt dagegen, dass sie bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für den VaV in erster Linie das Engagement im Kiez sieht, denn hier gäbe es viel zu tun und nennt Stichworte wie Alleinerziehende, Wohnungslose oder ärztliche Versorgung. Das greift dann auch der Bürgermeister auf, der Probleme der Sozialpolitik benennt. Das beginnt mit fehlenden Kita- und Schulplätzen, setzt sich fort bei Unterstützung für Schulabschlüsse sowie Ausbildungsplätze und mündet schließlich in der Notwendigkeit, existenzsichernde Arbeitsplätze zu schaffen, um Armut in Lichtenberg deutlich zu senken und die Attraktivität des Stadtbezirks weiter zu erhöhen. Auf die Frage des Moderators nach dem Zustand Lichtenbergs in zehn Jahren erklären beide unisono, dass die Sonne über Lichtenberg scheinen werde.

Leider fehlte der dritte erwartete Gast wegen Krankheit. Jean-Philippe Kindler hatte dennoch seinen Auftritt - per Videoeinspiel. Die dabei erhaltene Kostprobe seiner Texte zeigte, wie gut er mit seinem "Poetry Slam" in die Runde gepasst hätte.

Einen kleinen Eindruck von der Veranstaltung vermittelt dieser Link: Platten Talk




Begeisterte Kinder beim Auftritt von Dudel Lumpi

Dudel Lumpi begeisterte die Grashalm-Faschingsgesellschaft

Am 10. Februar war es wieder soweit - Faschingszeit im Familienzentrum Grashalm des VaV. Nach aufregenden und aufreibenden Vorbereitungen übertraf die Resonanz die Erwartungen der Organisatoren rund um Nadja Rammelt deutlich. Das umfangreiche Programm erlebten fast 200 Besucher*innen von 0 - 75. Toll verkleidet kam oft die ganze Familie, vom Klein- und Schulkind bis zu den Eltern und Großeltern. Alle fanden Gefallen an den vielfältigen Möglichkeiten an diesem Nachmittag in den Räumen des Nachbarschaftshauses.

Besonders Dudel Lumpi zog mit seiner musikalischen Faschingsreise die Jüngeren in seinen Bann. Mit der Balaleika von Russland bis zum Banjo nach Amerika nahm der Clown die Kinder mit, die dabei ihr Wissen über die Länder und deren Musikinstrumente einbringen konnten. Zum aktiven Mitmachen mussten die Kids nicht lange gebeten werden - die ganz Mutigen von ihnen fanden den Weg zur Bühne und begleiteten Dudel Lumpi ein Stück seines Weges.
Doch es gab noch viel mehr: Ein Bad in tausend Luftballons und einmal auf einer Turnmatte über den Ballons schweben, sich toll schminken lassen oder Topfschlagen spielen. Für viele Kinder hätte es noch lange an diesem Samstag so weiter gehen können, wären da nicht die Organisatoren und manche Eltern, denen bei soviel Trubel langsam die Kräfte schwanden ...




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